Jacob Ruf - Museum für medizinhistorische Bücher Muri
Jacob Ruf

JACOB RUF

EIN SCHÖN LUSTIG TROSTBÜCHLE, 1569

Bilder von verschiedenen Lagen des ungeborenen Kindes in der Gebärmutter gehören in jedes vormoderne geburtshilfliche Buch. Die Hebamme muss die Position des Kindes kennen, mit ihren Händen ertasten und rechtzeitig eingreifen, insbesondere wenn die Lage eine Geburt verunmöglicht.

Die kniende Lage des Kindes mit seitlich gestreckten Armen erschwert die Geburt. Die Hebamme muss daher versuchen mit der einen Hand die Knie, mit der anderen die Füsse des Kindes zu fassen, um es in eine bessere Position zu schieben.

Gelingt die Drehung nicht, soll sie die Gebärende mit einer Decke wärmen und mit einer kräftigen Brühe stärken. Durch verschiedene Lagerungen in entspannter, zuversichtlicher Stimmung ändere das Kind vielleicht seine Position von selbst.

Immer wieder betont Ruf, dass die Hebamme, die anwesenden Helferinnen und die Mutter niemals aufgeben dürfen, und er spricht den Frauen Mut und Trost zu.